Kurz gesagt: Diese Mail ist Phishing — sie kommt nicht von DHL. Zahl nichts und klick nicht auf den Button. Aktuell kursiert eine gefälschte DHL-Nachricht mit dem Betreff „dhl:Zollverzögerung – Erforderliche Maßnahmen für Ihre Sendung", die eine angebliche Zollgebühr über einen Link kassieren will.

Was in der Mail steht

Sie ist im DHL-Gelb aufgemacht, mit der Kopfzeile „DHL Parcel GmbH – Bonn, Zoll- & Abfertigungsabteilung" und einem schwarzen Balken „Sendung zurückgehalten – Handlung erforderlich". In Statusfeldern steht: Hinweisart „Zollrückhaltung", Status „Zahlung ausstehend", ausgestellt von „DHL Zoll". Der Text behauptet, deine Sendung werde derzeit vom Zoll zurückgehalten; zur Freigabe sei eine Zahlung nötig, und du sollst „so bald wie möglich" handeln. Ein gelber Button „Sendung freigeben" führt auf eine gefälschte Zahlseite. Ganz unten prangt ein täuschend echtes Impressum mit Adresse, Registergericht und USt-IdNr.

Woran du den Betrug sofort erkennst

  • Der Absender. Die Mail kommt von noreply@invitro.md — einer Adresse mit der Endung .md (Moldau), die zu einem völlig fremden Unternehmen gehört, nicht zu DHL. Dein Postfach markiert sie sogar als „Neuer Absender". Echte DHL-Mails kommen von @dhl.de oder @dhl.com.
  • Zahlung per Link. Das ist der Kern der Masche: Du sollst eine „Zollgebühr" über einen Link in der Mail bezahlen. Genau das macht DHL nicht — echte Einfuhrabgaben zahlst du bei der Zustellung, in der offiziellen DHL-App oder auf dhl.de mit deiner Sendungsnummer, nie über einen Button in einer unaufgeforderten Mail.
  • Zeitdruck und Drohung. „Sendung zurückgehalten", „Handlung erforderlich", „so bald wie möglich" — die Angst, dein Paket zu verlieren, soll dich zum schnellen Klick treiben.
  • Die unpersönliche Anrede. „Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde" — ohne deinen Namen und ohne echte Sendungsnummer.
  • Das schicke Impressum beweist nichts. Betrüger kopieren gerne echte Firmendaten (Adresse, HRB, USt-IdNr.), damit die Mail seriös wirkt. Ein korrektes Impressum macht eine Mail nicht echt — entscheidend bleiben der Absender und die Zahlungsaufforderung per Link.

Was du jetzt tun solltest

  • Nicht klicken, nicht zahlen. Ignoriere Button und Frist.
  • Selbst prüfen. Erwartest du wirklich ein Paket aus dem Ausland? Dann öffne die offizielle DHL-App oder dhl.de und gib deine Sendungsnummer von Hand ein. Steht dort keine offene Zollgebühr, war die Mail Betrug.
  • Melden und löschen. Leite die Mail an die Verbraucherzentrale weiter (phishing@verbraucherzentrale.nrw) und an DHL (phishing@dhl.com), dann lösche sie. Antworte nicht.
  • Schon bezahlt oder Kartendaten eingegeben? Lass deine Karte über den Sperr-Notruf 116 116 sperren, informiere deine Bank und lass die Zahlung zurückbuchen. Erstatte Anzeige bei der Polizei und ändere Passwörter, falls du welche eingegeben hast.

Diese Masche gibt es auch als SMS („Paket konnte nicht zugestellt werden"). Wie du solche Fälschungen generell in Sekunden erkennst, zeigt dir unser Ratgeber „Phishing erkennen". Eine konkrete verdächtige Nachricht kannst du in der Rubrik Ist das echt? gegenprüfen.